Literatur & Lesen

Fragen:

Kann das Werk vom Autor getrennt werden?
Was ist „gute“ Literatur?
Was sollte, muss und kann Literatur?
Was ist die „Wahrheit“ eines Texts?
Wieso ist Lesen so wichtig?
Wie könnte man Kinder noch mehr zum Lesen animieren?

Buchtipps (unter ständiger Erweiterung):

  • Gombrowicz, Witold: Ferdydurke (Original: 1956, Lizenzausgabe des Verlages Volk und Welt, Berlin 1985, aus dem Polnischen von Walter Tiel)
    Aus dem Nachwort: „Ferdydurke ist ohne Zweifel mein fundamentales Werk, die beste Einführung zu dem, was ich bin und vorstelle… Es ist die groteske Geschichte eines Mannes, der ein Kind wird, weil die anderen ihn als solches behandeln. Ferdydurke möchte die große Unreife der Menschheit demaskieren. Der Mensch, wie ihn dieses Buch beschreibt, ist ein undurchsichtiges und neutrales Wesen, das sich durch gewisses Betragen und Benehmen zum Ausdruck bringen muss und infolgedessen äußerlich – für die anderen – weit genauer umrissen und präziser wird, als es in seiner Intimität ist. Daher ein tragisches Missverhältnis zwischen seiner heimlichen Unreife und der Maske, die es im Verkehr mit anderen aufsetzt. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich innerlich dieser Maske anzupassen, als sei er wirklich der, der er zu sein scheint.“ (349)
    „Oh unglückseliges Erinnern, das du zu wissen befiehlst, auf welchen Wegen wir zum jetzigen Besitzstand gelangt sind!“ (6)
    „Wie war denn meine Situation? Ich verkehrte in Cafés und Bars, begegnete Menschen, mit denen ich Worte, manchmal Gedanken austauschte, aber die Situation war nicht geklärt, und ich selbst wusste nicht, war ich nun ein Mensch oder ein Grünschnabel; und so war ich denn auf dem Umbruch der Jahre weder dies noch das – ich war nichts -, und die Altersgenossen, die schon verheiratet waren und feste Stellungen innehatten, nicht so sehr im Leben als vielmehr in verschiedenen Staatsämtern, behandelten mich mit einem berechtigten Misstrauen.“ (7)
    „Vielleicht hatte ich ein zu ernstes Verhältnis zum Ernst, vielleicht überschätzte ich das Erwachsensein der Erwachsenen allzusehr.“ (9)
    „Denn der Mensch ist zutiefst abhängig von seinem Abbild in der Seele des anderen Menschen, auch wenn dessen Seele die eines Kretins ist.“ (10)

Kommentare und Diskussionen herzlich willkommen.

3 Gedanken zu „Literatur & Lesen“

  1. Diese Fragen sind alle so wichtig – sie führen, glaube ich, alle in die richtige Richtung, nämlich irgendwann statt Fragen Zusammenhänge zu suchen, Verbindungen, Verknüpfungen, Beschreibungen, die verhindern, dass man irgendwo steckenbleibt, nicht weiterkommt. Für mich sind Bücher geronnene Kommunikationen, die das Lesen wieder beweglich macht. D.h. es sind Schatzkarten, deren Schatz man aber erst finden muss. Vielleicht.

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